Freakig! Letzte Woche war der Melbourne Cup in derselbigen Stadt. Ein guter Grund, die Arbeit beiseite zu legen und sich was anderem zu widmen. In Brisbane und anderen Städten und Dörfchen steht alles still und die Leute arbeiten nicht mehr, Melbourne selber hat sogar ganz frei! So war es natürlich naheliegend, dass auch wir unsere Stunden so schoben, um uns um 14.00 auch noch in eine bereits überfüllte Bar zwängen konnten. Der „Anpfiff“ war dann auch gleich und die Pferde gaben ihr Bestes, preschten los. Wir hatten auch ein kleines Lotto in der Schule veranstaltet und durften für den Einsatz von 2 Dollar ein Zetteli ziehen mit ‚nem Pferd drauf. Von Master O’Rilley (Favourit) über Purple Moon und Blue Monday (meins) waren so ziemlich alle nur erdenkliche Namen vorzufinden. Runde eins war noch verhältnismässig still im Pub, doch als dann Runde zwei anbrach und die Tiere in die Zielgerade einbogen, brach ein stürmisches Rufen und Daumendrücken aus, als ob Alex Frei alleine aufs Brasiliengoal zustürmen würde um das rettende Tor ins WM-Finale zu schiessen (nur so als Vergleich). Es war das Pferd, welches das Feld regelrecht von zu hinterst aufrollte und schlussendlich mit einer Nasenlänge gewann. Wenn wunderts, es trug den Namen Efficiency. Danach war der Spuk auch schon vorbei und die Leute gingen wieder zur Arbeit (oder au nöd) und wir zur Schule *sniff*
Da war dann die Begegnung mit der Lady Musgrave, eine alte, aber wirklich durchaus äusserst reizende Dame, die nebenbei noch klasse aussieht und die prächtige Form einer schlanken Koralleninsel trägt, schon viel angenehmer. Erstmals gings am Freitag (day off, teacher’s education) ins etwa 500km nördlich gelegene Agnes Water um dort in einem hübschen Motel zu nächtigten. Früher als erlaubt ging es mit Badeausrüstung und Sonnenkräm zur Lady Musgrave Island. Die Hinfahrt mit einem grösseren Schiff war zwar alles andere als toll, Details werden jedoch bewusst erspart. Die Insel selber ist nicht wirklich gross und schon seit Jahren geschütztes Gebiet. Es gibt bloss einen kleinen Campingplatz und einen kleinen Pfad durchs Dickicht. Die Insel kann nur als geführte Tour betreten werden. Hat auch seine Gründe, denn wie gesagt ists unter Schutz und zweitens gibt’s viele Vögel, speziell um diese Zeit, welche nesten und brüten. Auf der Tour wurde natürlich allerlei erklärt und erzählt und peinlich genau geachtet, dass niemand aus der Reihe tanzt. Das Tauchen war dann schon etwas anderes, denn im Wasser gibt es kein oben und unten. So ging’s nach kurzen Instruktionen mit Ausrüstung ins Wasser, wo man ganz chribbelig die minimalsten Checks vorführen musste wie Ventil weg - Ventil auf, erster Ohrendruck lösen etc. Ich persönlich hatte zu Beginn etwas Mühe mit dem Atmen, weil das unter Wasser immer so schwierig ist, doch nach einigem Pröblen ging auch dies ziemlich gut. Und so gings zusammen runter in die Tiefe, bis auf den Boden (knapp 7m) und nur wenige Centimeter über die Korallenriffs, immer schön begleitet von neugierigen Fischen und dem wachen Tauchleiter. Man verbrachte doch ne schöne Zeit in „downunder“, bevor man wieder vor dem Sonnenlicht seine Augen blinzelte. Das Wasser ist klar wie in der Badewanne (einfach salziger) und alles, die Tiere, die Korallen sind regelrecht zum berühren nah. Es ist einfach eine andere Welt und ungeheuer impressive! Auch das anschliessende Snorkelling war nochmals ganz für sich. Dachte immer so rumschnorcheln sei doch öde und nicht spannend, doch in solchen Gewässern isses einfach anders. Klar, man sollte immer an der Wasseroberfläche bleiben (sonst Atemprobleme, schwerwiegende versteht sich) doch von da aus lässt sich die Unterwasserwelt auch ganz prima beobachten, zumal man auf sich alleine gestellt ist und dort weilen und erforschen kann, wo man will. So sah ich auch da nochmals viele gwundrige Fischlis, die sich in den Korallen versteckten, Fischlis wie wir eigentlich nur vom Zoo kennen. Ich gab dann die ganze Übung auf, als ich zweimal beim Einatmen statt reiner Luft je einen dicken Schluck Salzwasser von den Wellen geliefert bekam. Und nach dem nächsten Bad, dem Sonnigen, galt es, die letzte Hürde zu nehmen: Heimfahrt, zurück zum Anlegeort 1770 (kein Witz!), die zum Glück besser war und mit schöner Abendstimmung belohnt wurde. Auch der nächste Tag begann wieder um Sieben in der früh, zumindest für diejenigen Glücklichen, die einen Scenic Flight buchten. Mit grossen Erwartungen stieg man ins Flugzeug eines witzigen, aber Geschichten nach abenteuerlichen Pilotes. Erstmals wurde Höhe gewonnen, die ersten schönen Bilder geschossen und Aussicht wie Sonne genossen, bevor dann die berüchtigte Frage „do you like rollercoaster?“ kam. Wir, drei Jungs im besten Rollercoasteralter, bellten ein klares„yeah!“ durch die Kabine und so gings bereits das erste Mal in den Sturzflug! Huff, dickes Ding! Das zweite Mal hielt er den Steuerknüppel ziemlich lange in die Tiefe und die Welt konnte in einem perfekten 90°-Winkel bestaunt werden – echt geil! Nur der letzte Sturz war einer zuviel des Guten und der Pilot meinte dann etwas trocken „when passengers are gettin’ quieter and beginning to sweat, then I know what’s up with ’em“. Trotzdem, der Flug einige Meter übers Meer, über Wälder und am Lighthouse vorbei und meine ersten Flugerfahrungen am Steuerknüppel, während der Pilot fleissig Fotos schoss, waren weitere Highlights bis dato in Australien!
Weiters gings gleich im Anschluss zum Surfstrand, wo nach kurzen Instruktionen gleich ein Brett geschnappt wurde um die perfekte Welle zu suchen. Die ersten Versuche landeten im salzigen Wasser, die Letzten auch. Ist nicht einfach, zumal ich kein Snowboarder bin, doch macht’s mächtig Spass und sollte schon fast in mein Reiseprogramm aufgenommen werden... Die Heimfahrt war dann genauso gemütlich wie die Hinfahrt und brachte uns alle langsam wieder in die Realität zurück, in die Stadt Brisbane, wo wir am Montag jeweils zur Schule gehen...
Ein weiteres Filmli ist auf youtube zu finden, die neusten Fötelis sind auch schon upgeloaded, wie nach jedem Blogeintrag
Ein herzliches cheerz in die Schweiz!
nepi
Montag, 12. November 2007
Montag, 5. November 2007
a must-seen week
Letzten Mittwoch haben wir Australien betrogen: Wir gingen schweizerisch essen! Sollte wohl meine Aussage im letzten Post etwas korrigieren... Wir waren schlussendlich sechs Personen von unserer Klasse, davon zwei aus Asien (Michelle und Naoto), die noch nie in den Genuss von schweizerischen Spezialitäten kamen. Das Restaurant war ca 20min vom Zentrum entfernt, wurde von dem ausgewanderten Ehepaar Monika und Nick im heimeligen Schweizerstil eingerichtet. Neben einigen Fonduecaquelons waren auch Bilder aus der Schweizer Stube vorzufinden, so etwa die Kappelibrücke, Schilthorn, die drei Geschwister Eiger, Mönch und Jungfrau und in mehrfacher Ausführung natürlich das Matterhorn. Geschmückt mit den Kantonswappen gab die Beiz schon ein ziemlich heimeliges Gefühl ab. Selbst das Personal verstand etwas Schweizerdeutsch, fühlte sich aber im Englischen um einiges wohler. Michelle überzeugte sich vom feinen „süriggschnätschlts“ (Zürigschnätzlets) während Naoto den mutigen Schritt in die Fondueküche wagte. Naoto, noch schnell als Ergänzung, ist ein ausgiebiger Feinschmecker und hält durchaus Konkurrenz zu mir und anderen Vielessern. Es schmeckte ihm ausgezeichnet (O-Ton „it’s delicious“), doch musste er die Zielgerade den Schweizern überlassen und lernte die „Nachwehen“ des Fondues kennen. Das abrundende Schoggimousse beendete dann dieses Heimatgefühl und der muffige Zug riss uns dann entgültig wieder aus dem Träumen.
In der Tat ausgezeichnet und ja, man kann wirklich Fondue bei 30° in Shirts n’ Shorts essen...
Am Samstag gingen wir in den bekannten Australia Zoo, der vom tödlich verunglückten Tierfreund Steve Irwin aufgebaut wurde. Der Zoo ist etwa eine gute Stunde von Brisi mit dem Zug entfernt und wirklich sehr gross. Die Gehege geben den Tieren viel Raum und Platz und sind wirklich grosszügig gebaut. Auch ist der ganze „Laden“ super gut organisiert: Der Shuttle vom Bahnhof ist nicht etwa ein aus der Schweiz aussortiertes Postauto, sondern ein doppelstöckiger Car!
Als erstes stand natürlich die Tiershow an, die auch eine Krokodilfütterung beinhaltete. Erst wurden Schlangen und verschiedenste wilde Vögel gezeigt, die beängstigend knapp über die Köpfe der Zuschauer flogen, bevor dann die langersehnte Krokofütterung anstand. Als ein etwa 4m langes Vieh sich durchs Wasser schlängelte wusste man, dass da nicht auf Sparflamme gekocht wird! Das Krokodil wurde gelockt und gefüttert. Beeindruckend, wie das Schnappen laut tönte und wie hoch es jeweils sprang für Futter.
Weiters bestaunten wir natürlich Koalas, wie sie da sassen und frassen und nix taten :-), friedliche Känguruhs zum streicheln, faulenzende Dingos, die giftigsten, längsten Schlangen und riesige Schildkröten, wollige Wombats, gemütliche und stressfreie Elefanten sowie putzige Tiger. Und überall waren begeisterte Kommentare von Steve Irwin zu lesen. Auch eine Fotobio von ihm machte den Zoo zu einer sehr persönlichen Angelegenheit.
Gleich anschliessend besuchte ich ein Metalkonzert im botanischen Garten. Machine Head gastierten mit Trivium und Arch Enemy – Ein Billing, welches ich nicht verpassen durfte! Allgemein gesagt herrscht hier eine Unterernährung in Sache Metal: Die Nachfrage ist da, doch am Angebot fehlts leider ein bisschen und so ist das Lechzen nach Konzerten verständlich. Maiden bspw. werden mitte Februar spielen, der Gig war nach lächerlichen 25min ausverkauft. Das Problem ist nun mal auch, dass nur wenige Bands Australien auf der Karte finden und sich dorthin verirren und wenn sie den Weg gefunden haben (oder ins falsche Flugzeug gestiegen sind), schrauben sie einfach kräftig an den Preisen: Motörhead z.B. verlangten 130 AUD, für diesen Konzerte blätterte ich 75 AUD hin, in der Schweiz wäre es in etwa die Hälfte gewesen.
Was ich aber den Australiern lassen muss, ist auch hier die tadellose Organisation! Ich staunte nicht schlecht, als eine immense Schlange mich innert 7min durch die Kontrolle führte. Auch gab es Bändeli für die Alkoholkontrolle. Das Gelände hatte schon fast festivalische Ausmasse: Food-, Merch- und Drinkstände im Übermass und immer schön für U18 und Ü18 abgetrennt, rauchen war nur in abgesteckten Gebieten zulässig!!!
Alle drei Bands nutzten ihre Zeit vollkommen aus. Arch Enemy mixten fein säuberlich melodiöse Solis zu hartem Geschrubbe, Trivium gaben ordentliches Brett zum Besten und begeisterten von A bis Z, zeigten wie stark sie von Australien begeistert sind und konnten (deshalb?) die Bühne fast schon als heimliche Gewinner verlassen. Machine Head waren dann doch nochmals um eine Stufe härter, der Sound jedoch trotz Ohrenschutz übel nah an der Schmerzgrenze – zu laut ist auch nicht immer gut. Rob hatte seine Freude und forderte des öfteren zum circle pit auf. Auch zeigten sie, dass Prügelknaben der Marke Thrash eben Balladen schreiben können. Alle drei Bands hatten ihren dicken Spass und mit ihnen das Publikum, welches das bereits um 10.20 beendete Konzert mit einem breiten Grinsen gen Hause (oder Pub) verliessen.
Nun, nach dem Fondueznacht (musch gmacht ha), Australia Zoo (musch gseh ha) und dem Konzert (musch ghört ha) ging leider bereits ein weiteres Weekend vorbei.
Wünsche euch weiterhin eine gute Zeit im Schweizerländle und ein weiteres, dickes
cheerz!
Marcel
>don't miss nepigallery
In der Tat ausgezeichnet und ja, man kann wirklich Fondue bei 30° in Shirts n’ Shorts essen...
Am Samstag gingen wir in den bekannten Australia Zoo, der vom tödlich verunglückten Tierfreund Steve Irwin aufgebaut wurde. Der Zoo ist etwa eine gute Stunde von Brisi mit dem Zug entfernt und wirklich sehr gross. Die Gehege geben den Tieren viel Raum und Platz und sind wirklich grosszügig gebaut. Auch ist der ganze „Laden“ super gut organisiert: Der Shuttle vom Bahnhof ist nicht etwa ein aus der Schweiz aussortiertes Postauto, sondern ein doppelstöckiger Car!
Als erstes stand natürlich die Tiershow an, die auch eine Krokodilfütterung beinhaltete. Erst wurden Schlangen und verschiedenste wilde Vögel gezeigt, die beängstigend knapp über die Köpfe der Zuschauer flogen, bevor dann die langersehnte Krokofütterung anstand. Als ein etwa 4m langes Vieh sich durchs Wasser schlängelte wusste man, dass da nicht auf Sparflamme gekocht wird! Das Krokodil wurde gelockt und gefüttert. Beeindruckend, wie das Schnappen laut tönte und wie hoch es jeweils sprang für Futter.
Weiters bestaunten wir natürlich Koalas, wie sie da sassen und frassen und nix taten :-), friedliche Känguruhs zum streicheln, faulenzende Dingos, die giftigsten, längsten Schlangen und riesige Schildkröten, wollige Wombats, gemütliche und stressfreie Elefanten sowie putzige Tiger. Und überall waren begeisterte Kommentare von Steve Irwin zu lesen. Auch eine Fotobio von ihm machte den Zoo zu einer sehr persönlichen Angelegenheit.
Gleich anschliessend besuchte ich ein Metalkonzert im botanischen Garten. Machine Head gastierten mit Trivium und Arch Enemy – Ein Billing, welches ich nicht verpassen durfte! Allgemein gesagt herrscht hier eine Unterernährung in Sache Metal: Die Nachfrage ist da, doch am Angebot fehlts leider ein bisschen und so ist das Lechzen nach Konzerten verständlich. Maiden bspw. werden mitte Februar spielen, der Gig war nach lächerlichen 25min ausverkauft. Das Problem ist nun mal auch, dass nur wenige Bands Australien auf der Karte finden und sich dorthin verirren und wenn sie den Weg gefunden haben (oder ins falsche Flugzeug gestiegen sind), schrauben sie einfach kräftig an den Preisen: Motörhead z.B. verlangten 130 AUD, für diesen Konzerte blätterte ich 75 AUD hin, in der Schweiz wäre es in etwa die Hälfte gewesen.
Was ich aber den Australiern lassen muss, ist auch hier die tadellose Organisation! Ich staunte nicht schlecht, als eine immense Schlange mich innert 7min durch die Kontrolle führte. Auch gab es Bändeli für die Alkoholkontrolle. Das Gelände hatte schon fast festivalische Ausmasse: Food-, Merch- und Drinkstände im Übermass und immer schön für U18 und Ü18 abgetrennt, rauchen war nur in abgesteckten Gebieten zulässig!!!
Alle drei Bands nutzten ihre Zeit vollkommen aus. Arch Enemy mixten fein säuberlich melodiöse Solis zu hartem Geschrubbe, Trivium gaben ordentliches Brett zum Besten und begeisterten von A bis Z, zeigten wie stark sie von Australien begeistert sind und konnten (deshalb?) die Bühne fast schon als heimliche Gewinner verlassen. Machine Head waren dann doch nochmals um eine Stufe härter, der Sound jedoch trotz Ohrenschutz übel nah an der Schmerzgrenze – zu laut ist auch nicht immer gut. Rob hatte seine Freude und forderte des öfteren zum circle pit auf. Auch zeigten sie, dass Prügelknaben der Marke Thrash eben Balladen schreiben können. Alle drei Bands hatten ihren dicken Spass und mit ihnen das Publikum, welches das bereits um 10.20 beendete Konzert mit einem breiten Grinsen gen Hause (oder Pub) verliessen.
Nun, nach dem Fondueznacht (musch gmacht ha), Australia Zoo (musch gseh ha) und dem Konzert (musch ghört ha) ging leider bereits ein weiteres Weekend vorbei.
Wünsche euch weiterhin eine gute Zeit im Schweizerländle und ein weiteres, dickes
cheerz!
Marcel
>don't miss nepigallery
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