Montag, 5. November 2007

a must-seen week

Letzten Mittwoch haben wir Australien betrogen: Wir gingen schweizerisch essen! Sollte wohl meine Aussage im letzten Post etwas korrigieren... Wir waren schlussendlich sechs Personen von unserer Klasse, davon zwei aus Asien (Michelle und Naoto), die noch nie in den Genuss von schweizerischen Spezialitäten kamen. Das Restaurant war ca 20min vom Zentrum entfernt, wurde von dem ausgewanderten Ehepaar Monika und Nick im heimeligen Schweizerstil eingerichtet. Neben einigen Fonduecaquelons waren auch Bilder aus der Schweizer Stube vorzufinden, so etwa die Kappelibrücke, Schilthorn, die drei Geschwister Eiger, Mönch und Jungfrau und in mehrfacher Ausführung natürlich das Matterhorn. Geschmückt mit den Kantonswappen gab die Beiz schon ein ziemlich heimeliges Gefühl ab. Selbst das Personal verstand etwas Schweizerdeutsch, fühlte sich aber im Englischen um einiges wohler. Michelle überzeugte sich vom feinen „süriggschnätschlts“ (Zürigschnätzlets) während Naoto den mutigen Schritt in die Fondueküche wagte. Naoto, noch schnell als Ergänzung, ist ein ausgiebiger Feinschmecker und hält durchaus Konkurrenz zu mir und anderen Vielessern. Es schmeckte ihm ausgezeichnet (O-Ton „it’s delicious“), doch musste er die Zielgerade den Schweizern überlassen und lernte die „Nachwehen“ des Fondues kennen. Das abrundende Schoggimousse beendete dann dieses Heimatgefühl und der muffige Zug riss uns dann entgültig wieder aus dem Träumen.
In der Tat ausgezeichnet und ja, man kann wirklich Fondue bei 30° in Shirts n’ Shorts essen...

Am Samstag gingen wir in den bekannten Australia Zoo, der vom tödlich verunglückten Tierfreund Steve Irwin aufgebaut wurde. Der Zoo ist etwa eine gute Stunde von Brisi mit dem Zug entfernt und wirklich sehr gross. Die Gehege geben den Tieren viel Raum und Platz und sind wirklich grosszügig gebaut. Auch ist der ganze „Laden“ super gut organisiert: Der Shuttle vom Bahnhof ist nicht etwa ein aus der Schweiz aussortiertes Postauto, sondern ein doppelstöckiger Car!
Als erstes stand natürlich die Tiershow an, die auch eine Krokodilfütterung beinhaltete. Erst wurden Schlangen und verschiedenste wilde Vögel gezeigt, die beängstigend knapp über die Köpfe der Zuschauer flogen, bevor dann die langersehnte Krokofütterung anstand. Als ein etwa 4m langes Vieh sich durchs Wasser schlängelte wusste man, dass da nicht auf Sparflamme gekocht wird! Das Krokodil wurde gelockt und gefüttert. Beeindruckend, wie das Schnappen laut tönte und wie hoch es jeweils sprang für Futter.
Weiters bestaunten wir natürlich Koalas, wie sie da sassen und frassen und nix taten :-), friedliche Känguruhs zum streicheln, faulenzende Dingos, die giftigsten, längsten Schlangen und riesige Schildkröten, wollige Wombats, gemütliche und stressfreie Elefanten sowie putzige Tiger. Und überall waren begeisterte Kommentare von Steve Irwin zu lesen. Auch eine Fotobio von ihm machte den Zoo zu einer sehr persönlichen Angelegenheit.

Gleich anschliessend besuchte ich ein Metalkonzert im botanischen Garten. Machine Head gastierten mit Trivium und Arch Enemy – Ein Billing, welches ich nicht verpassen durfte! Allgemein gesagt herrscht hier eine Unterernährung in Sache Metal: Die Nachfrage ist da, doch am Angebot fehlts leider ein bisschen und so ist das Lechzen nach Konzerten verständlich. Maiden bspw. werden mitte Februar spielen, der Gig war nach lächerlichen 25min ausverkauft. Das Problem ist nun mal auch, dass nur wenige Bands Australien auf der Karte finden und sich dorthin verirren und wenn sie den Weg gefunden haben (oder ins falsche Flugzeug gestiegen sind), schrauben sie einfach kräftig an den Preisen: Motörhead z.B. verlangten 130 AUD, für diesen Konzerte blätterte ich 75 AUD hin, in der Schweiz wäre es in etwa die Hälfte gewesen.
Was ich aber den Australiern lassen muss, ist auch hier die tadellose Organisation! Ich staunte nicht schlecht, als eine immense Schlange mich innert 7min durch die Kontrolle führte. Auch gab es Bändeli für die Alkoholkontrolle. Das Gelände hatte schon fast festivalische Ausmasse: Food-, Merch- und Drinkstände im Übermass und immer schön für U18 und Ü18 abgetrennt, rauchen war nur in abgesteckten Gebieten zulässig!!!
Alle drei Bands nutzten ihre Zeit vollkommen aus. Arch Enemy mixten fein säuberlich melodiöse Solis zu hartem Geschrubbe, Trivium gaben ordentliches Brett zum Besten und begeisterten von A bis Z, zeigten wie stark sie von Australien begeistert sind und konnten (deshalb?) die Bühne fast schon als heimliche Gewinner verlassen. Machine Head waren dann doch nochmals um eine Stufe härter, der Sound jedoch trotz Ohrenschutz übel nah an der Schmerzgrenze – zu laut ist auch nicht immer gut. Rob hatte seine Freude und forderte des öfteren zum circle pit auf. Auch zeigten sie, dass Prügelknaben der Marke Thrash eben Balladen schreiben können. Alle drei Bands hatten ihren dicken Spass und mit ihnen das Publikum, welches das bereits um 10.20 beendete Konzert mit einem breiten Grinsen gen Hause (oder Pub) verliessen.

Nun, nach dem Fondueznacht (musch gmacht ha), Australia Zoo (musch gseh ha) und dem Konzert (musch ghört ha) ging leider bereits ein weiteres Weekend vorbei.

Wünsche euch weiterhin eine gute Zeit im Schweizerländle und ein weiteres, dickes

cheerz!

Marcel

>don't miss nepigallery

Keine Kommentare: