Montag, 12. November 2007

nette Bekanntschaft mit Lady Musgrave

Freakig! Letzte Woche war der Melbourne Cup in derselbigen Stadt. Ein guter Grund, die Arbeit beiseite zu legen und sich was anderem zu widmen. In Brisbane und anderen Städten und Dörfchen steht alles still und die Leute arbeiten nicht mehr, Melbourne selber hat sogar ganz frei! So war es natürlich naheliegend, dass auch wir unsere Stunden so schoben, um uns um 14.00 auch noch in eine bereits überfüllte Bar zwängen konnten. Der „Anpfiff“ war dann auch gleich und die Pferde gaben ihr Bestes, preschten los. Wir hatten auch ein kleines Lotto in der Schule veranstaltet und durften für den Einsatz von 2 Dollar ein Zetteli ziehen mit ‚nem Pferd drauf. Von Master O’Rilley (Favourit) über Purple Moon und Blue Monday (meins) waren so ziemlich alle nur erdenkliche Namen vorzufinden. Runde eins war noch verhältnismässig still im Pub, doch als dann Runde zwei anbrach und die Tiere in die Zielgerade einbogen, brach ein stürmisches Rufen und Daumendrücken aus, als ob Alex Frei alleine aufs Brasiliengoal zustürmen würde um das rettende Tor ins WM-Finale zu schiessen (nur so als Vergleich). Es war das Pferd, welches das Feld regelrecht von zu hinterst aufrollte und schlussendlich mit einer Nasenlänge gewann. Wenn wunderts, es trug den Namen Efficiency. Danach war der Spuk auch schon vorbei und die Leute gingen wieder zur Arbeit (oder au nöd) und wir zur Schule *sniff*

Da war dann die Begegnung mit der Lady Musgrave, eine alte, aber wirklich durchaus äusserst reizende Dame, die nebenbei noch klasse aussieht und die prächtige Form einer schlanken Koralleninsel trägt, schon viel angenehmer. Erstmals gings am Freitag (day off, teacher’s education) ins etwa 500km nördlich gelegene Agnes Water um dort in einem hübschen Motel zu nächtigten. Früher als erlaubt ging es mit Badeausrüstung und Sonnenkräm zur Lady Musgrave Island. Die Hinfahrt mit einem grösseren Schiff war zwar alles andere als toll, Details werden jedoch bewusst erspart. Die Insel selber ist nicht wirklich gross und schon seit Jahren geschütztes Gebiet. Es gibt bloss einen kleinen Campingplatz und einen kleinen Pfad durchs Dickicht. Die Insel kann nur als geführte Tour betreten werden. Hat auch seine Gründe, denn wie gesagt ists unter Schutz und zweitens gibt’s viele Vögel, speziell um diese Zeit, welche nesten und brüten. Auf der Tour wurde natürlich allerlei erklärt und erzählt und peinlich genau geachtet, dass niemand aus der Reihe tanzt. Das Tauchen war dann schon etwas anderes, denn im Wasser gibt es kein oben und unten. So ging’s nach kurzen Instruktionen mit Ausrüstung ins Wasser, wo man ganz chribbelig die minimalsten Checks vorführen musste wie Ventil weg - Ventil auf, erster Ohrendruck lösen etc. Ich persönlich hatte zu Beginn etwas Mühe mit dem Atmen, weil das unter Wasser immer so schwierig ist, doch nach einigem Pröblen ging auch dies ziemlich gut. Und so gings zusammen runter in die Tiefe, bis auf den Boden (knapp 7m) und nur wenige Centimeter über die Korallenriffs, immer schön begleitet von neugierigen Fischen und dem wachen Tauchleiter. Man verbrachte doch ne schöne Zeit in „downunder“, bevor man wieder vor dem Sonnenlicht seine Augen blinzelte. Das Wasser ist klar wie in der Badewanne (einfach salziger) und alles, die Tiere, die Korallen sind regelrecht zum berühren nah. Es ist einfach eine andere Welt und ungeheuer impressive! Auch das anschliessende Snorkelling war nochmals ganz für sich. Dachte immer so rumschnorcheln sei doch öde und nicht spannend, doch in solchen Gewässern isses einfach anders. Klar, man sollte immer an der Wasseroberfläche bleiben (sonst Atemprobleme, schwerwiegende versteht sich) doch von da aus lässt sich die Unterwasserwelt auch ganz prima beobachten, zumal man auf sich alleine gestellt ist und dort weilen und erforschen kann, wo man will. So sah ich auch da nochmals viele gwundrige Fischlis, die sich in den Korallen versteckten, Fischlis wie wir eigentlich nur vom Zoo kennen. Ich gab dann die ganze Übung auf, als ich zweimal beim Einatmen statt reiner Luft je einen dicken Schluck Salzwasser von den Wellen geliefert bekam. Und nach dem nächsten Bad, dem Sonnigen, galt es, die letzte Hürde zu nehmen: Heimfahrt, zurück zum Anlegeort 1770 (kein Witz!), die zum Glück besser war und mit schöner Abendstimmung belohnt wurde. Auch der nächste Tag begann wieder um Sieben in der früh, zumindest für diejenigen Glücklichen, die einen Scenic Flight buchten. Mit grossen Erwartungen stieg man ins Flugzeug eines witzigen, aber Geschichten nach abenteuerlichen Pilotes. Erstmals wurde Höhe gewonnen, die ersten schönen Bilder geschossen und Aussicht wie Sonne genossen, bevor dann die berüchtigte Frage „do you like rollercoaster?“ kam. Wir, drei Jungs im besten Rollercoasteralter, bellten ein klares„yeah!“ durch die Kabine und so gings bereits das erste Mal in den Sturzflug! Huff, dickes Ding! Das zweite Mal hielt er den Steuerknüppel ziemlich lange in die Tiefe und die Welt konnte in einem perfekten 90°-Winkel bestaunt werden – echt geil! Nur der letzte Sturz war einer zuviel des Guten und der Pilot meinte dann etwas trocken „when passengers are gettin’ quieter and beginning to sweat, then I know what’s up with ’em“. Trotzdem, der Flug einige Meter übers Meer, über Wälder und am Lighthouse vorbei und meine ersten Flugerfahrungen am Steuerknüppel, während der Pilot fleissig Fotos schoss, waren weitere Highlights bis dato in Australien!
Weiters gings gleich im Anschluss zum Surfstrand, wo nach kurzen Instruktionen gleich ein Brett geschnappt wurde um die perfekte Welle zu suchen. Die ersten Versuche landeten im salzigen Wasser, die Letzten auch. Ist nicht einfach, zumal ich kein Snowboarder bin, doch macht’s mächtig Spass und sollte schon fast in mein Reiseprogramm aufgenommen werden... Die Heimfahrt war dann genauso gemütlich wie die Hinfahrt und brachte uns alle langsam wieder in die Realität zurück, in die Stadt Brisbane, wo wir am Montag jeweils zur Schule gehen...



Ein weiteres Filmli ist auf youtube zu finden, die neusten Fötelis sind auch schon upgeloaded, wie nach jedem Blogeintrag

Ein herzliches cheerz in die Schweiz!

nepi

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